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Holepunkt

Entsprechend der Position des Holepunktes, trimme ich das ACHTERLIEK des Segels. Man spricht hier von einem geöffneten oder geschlossenen Achterliek. Im Optimalfall sollte das Achterliek der Fock, oder Genua parallel zur Leeseite des Großsegels verlaufen. Ein zu stark geöffnetes Achterliek führt zu Druckverlust, besonders im oberen Teil des Segels.

Bei der Genua auf dem Bild rechts, ist der Holepunkt zu weit hinten.Nach der Fallspannung muss die richtige Holepunktposition gefunden werden. Der Holepunkt ist die Umlenkposition der Fockschot, bevor die Schot zur Winsch oder Klemme kommt. Als Mitteleinstellung bei mittlerer Windstärke, mittlerem Crewgewicht, mittlerer Wellenhöhe, etc. sollte wie in der Zeichnung unten, die gedachte Verlängerung der Fockschot, vom Holepunkt aus gesehen etwa die Mitte des Vorliek treffen. So sind die auf das Vor- und Achterliek wirkenden Kräfte etwa gleich.

TwistJantar2klein TwistJantarklein

Wenn mein Holepunkt in der neutralen Stellung steht, werden alle drei LUV-Fäden gleichzeitig aus wehen, bzw. alle drei Lee-Fäden gleichzeitig. Grundlage dabei ist immer der Hoch Am Wind Kurs mit parallelen Steuerfäden, also das untere Paar horizontal und rot und grün parallel zueinander.Schön sind auch mehrere Paare hintereinander beim unteren Paar, das mir vor allem beim Steuern hilft.

 

Fädenparallel

 

Wenn das untere Fadenpaar horizontal und parallel steht, aber vom oberen Fadenpaar der Luvfaden zappelt, nicht horizontal parallel steht, deutet das auf einen zu weit hinten stehenden Holepunkt hin. Wie auf dem Bild oben, ist der Druck auf dem Achterliek zu gering, und das Achterliek öffnet sehr stark. Da kommt wieder der Twist ins Spiel. Solange ich mein Boot aufrecht segeln kann, sollten die Achterlieken den vollen Druck bekommen, dann fahre ich auch die maximal mögliche Geschwindigkeit. Erst wenn die Leekrängung stark zunimmt, lasse ich den Holepunkt etwas nach hinten, um den Twist zu vergrößern.

Wenn jedoch der Leefaden des oberen Fadenpaares zappelt, meißt fällt er besinnungslos runter, also nicht horizontal zum Luvfaden steht, ist dies ein Zeichen für einen zu weit vorne stehenden Holepunkt und ein zu stark geschlossenes Achterliek.

Das Achterliek schließen wird erst auf einem Kurs der nicht Am Wind ist, wieder interessant, Nämlich, wenn durch ein öffnen der Fockschot, das Schothorn steigt und damit das Achterliek öffnet. Wenn ich keinen Barberhouler habe, mit dem ich nun den Winkel der Schot verändere, kann ich, um den Druck auf dem Achterliek zu erhöhen, den Holepunkt nach vorne stellen. Dabei gilt als Anhaltspunkt, für die Fockschotspannung dann nicht mehr das untere, sondern das zweite von unten angebrachte Fadenpaar als Anhaltspunkt.

Das Trimmen der Fock oder Genua ist also immer ein Zusammenspiel aus Holepunktposition und Schotzug.

Je weiter der Fockholepunkt nach hinten rückt, um so mehr entlaste ich das Achterliek der Fock und das Segel öffnet im Achterliek. Hierbei spricht man auch von dem Segeltwist. Das Segel wird durch den Twist nicht flacher, sondern es geht um ein öffnen und schließen. Bauchiger oder flacher wird die Fock nur durch ein verändern der Fallspannung. Wenn der Holepunkt nach vorne geschoben wird und die Schotspannung immer senkrechter am Achterliek zieht, nimmt der Druck im Segel zu, aber Vorsicht, es kann auch schnell zu viel des guten werden. Die Rundung des unteren Teils des Vorsegels, besonders gut bei einer großen Genua zu sehen, nimmt immer mehr zu. So habe ich zwar mehr Druck im Segel, kann aber nicht mehr die volle Höhe auf dem Hoch Am Wind Kurs fahre

Eine gute Hilfe, um die richtige Grundeinstellung für den Holepunkt zu finden, bieten mir die Fäden im Vorliek der Fock, auch Tell Tals genannt. Die Telltalls vierteln das Vorliek in etwa. Jeweils ein roter und ein grüner parallel auf der einen Seite etwas höher und an Backbord in rot und Steuerbord in grün oder blau mit Segeltape aufgeklebt oder wie heute üblich vom Segelmacher eingenäht.Gerade bei einer Genua ist das Zusammenspiel zwischen Schot und Holepunkt sehr wichtig, um auf der einen Seite, das Achterliek schließen zu können, zum andern entscheidet natürlich die dicht genommene Genua auch über die mögliche Höhe, die ich maximal fahren kann. Ein Kriterium ist der Abstand zwischen dem Segel und dem Ende der Saling. Hier reicht ein Abstand von zwei Fingern breit. Natürlich sollte das Unterliek der Genua auch immer innerhalb des Bugkorb und der Reling sein.