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Segel setzen

mit Katamaran, Jolle, kleinem Kielboot oder Yacht ab ca. 40 Fuß

Jollenriggs unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, wie die Fock angebracht und gesetzt wird.

Entweder hat das Boot ein festes Vorstag, das dann genügend Spannung haben muss, um beim Segeln nicht durch zu hängen. Die Riggspannung wird dann meißt einmal zu Beginn der Saison eingestellt werden und bleibt so eingestellt. Die Fock wird dann über Stagreiter, eine Tasche mit Reißverschlusss oder bei Yachten ein Profilvorstag verbunden. und am Fockfall hoch gezogen.

 

Alternativ übernimmt ein Draht im Vorliek der Fock die Vorstagfunktion, sobald das Segel gesetzt wird. Bei der zweiten Variante wird dann meißt über eine Talje die Vorstagspannung und damit die gesamte Riggspannung erzeugt. Bei älteren Booten ohne diese Talje gibt es eine Reihe mit Haken, und die Schlaufe am Ende des Fockfall muss dann unter einen dieser Haken geklemmt werden. Dabei ist dies immer einfacher, wenn eine zweite Person dabei den Mast etwas zum Bug zieht, z. B. mit dem Masthalteband oder einem Spifall, wenn vorhanden. So läßt sich mehr Spannung auf dem Fockfall erzeugen und die Schlaufe einfacher einhängen.

 

Beim Aufbau der Jolle an Land und ins Wasser lassen über eine Slipanlage, sollte so viel wie möglich vorbereitet sein, bevor die Segel gesetzt werden.

Natürlich muss das Boot im Wind stehen, um die Segel setzen zu können.

Die Frage ist aber: kann das Boot NACH dem Segel setzen immer noch mit dem Bug im Wind zu Wasser gelassen werden? Wenn ja, dann ist das an Land setzen erheblich einfacher als im Wasser, da das Boot nicht im Wind gehalten werden muss, oder bei zu wenigen Händen, immer wieder aus dem Wind herausdreht. Je nach Situation und Beschaffenheit der Sliprampe, kann man das Boot auf dem Slipwagen auch vorwärts ins Wasser schieben, wenn dadurch der Bug im Wind bleibt.

 

 

Wenn es ein Zwei-Mann Boot ist, können beide Segler zum Segel setzen neben dem Boot stehen. Bei einer Jolle mit Rollfock, macht es Sinn, erst die Fock zu setzen und ein zu rollen. So ist das erste Segel erledigt, ohne beim Großsegel setzen zu stören.

Das Großsegel wird dann von einer Person eingeführt und der zweite zieht es am Großfall hoch. Hierzu ist wenig Kraft erforderlich, sondern die richtige Technik und Vorbereitung gefragt. Das Segeltuch sollte neben dem Großbaum liegen, die Großschot gelöst  und frei sein.

Trimmleinen wie ein Cunnninghamstrecker, der Vorliekstrecker des Großsegel, Baumniederholer oder Gnav sollten auch frei sein, damit das Segel komplett gesetzt werden kann.

Auf dem Bild ist das Einführen des Vorliek in den Mast zu sehen. Die obere Hand führt nur ein, während die Untere das Segeltuch jeweils nach vorne zieht.

 

 

 

 

 

Bei Segeln mit durchgehenden Segellatten, sollte die kräftigere Person das Segel einführen, da es mit sogenannten „betenden“ Händen nach oben geschoben werden muss. Der zweite Segler zieht jetzt nur noch den gerade eingeführten Teil des Segels nach.

Um Platz zum Einführen vor dem Mast zu haben, macht es hier Sinn, erst das Großsegel zu setzen und danach die Fock.

 

 

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Segel setzen - Segelberater
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Bei Segelbooten bis ca. 40 Fuß länge, ist das Segel setzen von zwei Personen gut zu handhaben.  Ideal sind dabei natürlich Mastrutscher, im Idealfall Kugel gelagert, zumindest bei den durchgehenden Segellatten. Vor allem bei Booten mit Lazy Jack System ist es wichtig, das der Steuermann das Boot im Wind hält. Diese Aufgabe wird um so anspruchvoller, wenn er gleichzeitig auch noch ein Fall nachziehen soll, oder auch nur das Knöpfchen für die elektrische Winsch drücken muss. Wenn neben dem Steuermann noch zwei weitere Mitsegler an Bord sind, kann einer der zwei am Mast entweder das Vorliek des Großsegels einführen und den eingeführten Teil am Fall gleich nachziehen, oder bei vorhandenem Mastrutschersystem sofort das Großfall vorheißen. Der sogenannte Pitmann, also derjenige, der die Fallenstopper und Klemmen der Fallen und Strecker, die ja meißtens auf dem Kajütdach ankommen bedient, zieht das Fall das entsprechend vorgeheißte Stück nach, sobald er kann. Wenn der Mastmann nicht mehr vorziehen kann, kommt er nach hinten an die Winsch und kurbelt das Fall die letzten Zentimeter hoch.
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